
Seebad Wallhausen Wallhausen Realisierungswettbewerb 1. Preis

Seebad Wallhausen
2011
Wallhausen
Städtebau
Als neue Empfangssituation stellt sich der Neubau selbstbewusst und mit eigener Formensprache an den Ortseingang von Wallhausen.
Mit seiner Bauform schließt er an die ortstypischen, historischen Pfahlbauten und Bootshäuser im Uferbereich rund um den Bodensee an. Durch die monolithische Form und Markanz wird der Ortseingang in seiner Charakteristik gestärkt, das Gebäude wird zum neuen Anziehungsort, gleichwohl für die Bewohner des Ortes, die Restaurant- und Badegäste, als auch für Besucher und Touristen der Region.
Durch die Ost-West-Ausrichtung des Baukörpers und seiner großzügigen Terrasse empfängt das Gebäude ankommende Besucher mit einladender Geste. Gleichzeitig wird die Privatsphäre zum Nachbargrundstück geschützt. Dies wird verstärkt durch ein weiteres Abrücken des Gebäudes. Die rückwertige Anlieferung ist somit problemlos möglich.
Gastronomie
Das Restaurant lässt sich in einen Hauptgastraum mit nach oben geöffnetem Luftraum und in mehrere Nebenräume abtrennen, welche gleichzeitig und unabhängig von einander genutzt werden können.
Der gesamte Gastraum entwickelt sich nun über die gesamte Gebäudelänge hinweg. Er lässt so Blickbeziehungen sowohl auf den nördlich gelegenen Uferbereich, den westlich gelegenen Hafen sowie Richtung Süden und Osten zu.
Die durchgehende hochwertige Terrasse bietet beste Blickbeziehungen, sowohl zu der offenen Landschaft, Richtung Dingelsdorf und Wallhausen, als auch zur Seite des Freibadgeländes und des Bodensees. Die Terrasse löst sich leicht von der Parkplatzebene ab und ist über Rampen barrierefrei zu erreichen. Im Süden empfängt den Vorbeifahrenden ein vorgelagerter Biergarten und läd zum Einkehren ein. Die im Norden neu geschaffene überdachte Terrasse bietet dem Besucher eine geschützte Aufenthaltsqualität mit hervorragender Aussicht über den gesamten Uferbereich.
Die Zulieferung erfolgt elegant an der Rückseite, ohne mit dem Besucherstrom in Kontakt zu kommen.
Kiosk
Der Kiosk sitzt gut sichtbar in der Achse des Hauptzugangs sowie des ankommenden Fahrradweges und hat gleichzeitig direkten Bezug zum Strandbad.
Neben den Terrassensitzplätzen bieten Sitzstufen dem Badegast eine weitere Möglichkeit des Verweilens.
DLRG
Die gesamten Räume des DLRG befinden sich im Dachraum des Gebäudes. Sie orientieren sich zum Strandbad und bietet durch eine großzügige Verglasung beste Ausblicke über den Badebereich bis zum See. Der gesamte Dachraum wird zusätzlich komfortabel über ein Oberlichtband belichtet.
Über eine innenliegende Treppe werden die Geschosse und Funktionen miteinender verknüpft.
Freibad
Die Räume für den Freibadbereich liegen, der natürlichen Topographie folgend, getrennt vom Restaurantbereich im Hanggeschoss und sind dadurch vom Badebereich aus barrierefrei zugänglich.
Konstruktion
Die Konstruktion orientiert sich am Prinzip der historischen Pfahlbauten. Auf Stützen wird das Gebäude von der bestehenden Topographie losgelöst und lässt das ankommende Gelände unter dem Gebäude durchfließen. Auf der schwebend wirkenden Stahlbetonbodenplatte steht die Holzkonstruktion des Gebäudes. Über flache Rampen, welche den Bootshauscharakter wiedergeben, können sämtliche Räume barrierefrei erschlossen werden.
Durch diese wirtschaftliche und naturverträgliche Bauweise wird der ökologische und nachhaltige Gedanke des Entwurfs verstärkt.
Materialität
Die auf die Konstruktion abgestimmten Fassaden- und Dachmaterialien fügen sich ökologisch und nachhaltig dem direkt angrenzenden Naturschutzgebiet.
Die Gebäudehülle ist einheitlich in Schindeln, Platten oder Leisten verschiedener Materialien vorstellbar, diese könnten in einem Holz- oder Zementfaserwerkstoff ausgeführt werden.
Außenraum
Die Außenflächen wurden neu gegliedert. Die ursprüngliche Struktur der Parkplätze bleibt erhalten. Der ankeommende Fahrradverkehr kommt nicht mit Pkws in Kontakt. Der neu geschaffene Fahrradabstellplatz dient als Filter zwischen Parkplatz und Restaurant.
Photography
BIEHLER WEITH